The Great Old Ones aus dem französischen Bordeaux melden sich nach 6 Jahren mit ihrem mittlerweile fünften Album Kadath zurück und widmen sich einmal mehr der mystischen Horrorwelt von H.P. Lovecraft.
H.P. Lovecraft ist zwar schon lange verstorben, aber sein Schaffen wird bis heute weiter studiert, gefeiert und sogar noch von anderen Autoren erweitert. Um seinen Cthulhu-Mythos und dem fiktiven Zauberbuch Necronomicon entwickelte sich ein regelrechter Kult, der bis heute anhält. Der Einfluss reicht von Filmen, über Spiele bis in die Musik. Viele Bands und Musiker nehmen in Liedern Bezug zu Lovecraft, einige entwickeln ganze Konzeptalben zu diesem und wiederum andere, zu denen The Great Old Ones zählen, entwickeln das komplette Bandkonzept darum. So ist schon allein der Bandname eine Anspielung auf Cthulhu, die von Lovecraft auch als die “Großen Alten” bezeichnet werden. Besagte “The Great Old Ones” haben ihre Heimat in einer Stadt namens Kadath und somit spinnt das Quintett den Faden weiter über den Albumtitel bis hinein in jeden einzelnen Song.
Musikalisch bewegt sich die Band größtenteils im Post-Black Metal, der eher langsamer und ruhiger gespielt wird. Teilweise driftet man sogar in den Doom ab, wo es dann noch wesentlich gemäßigter zugeht. Die ruhige Musik trägt dadurch die mystische Atmosphäre, die den kosmischen Horror von Lovecraft ausmachen. Trotz dessen sind die Riffs sehr melodisch gehalten und die Musik wirkt nicht langweilig. Bestes Beispiel dafür ist der viertelstündige Track "Leng", bei welchem die Franzosen komplett auf Vocals, bis auf ein paar wenige gesprochene Sätze auf Französisch, verzichten. Weil die Kapelle mit 3 Gitarristen spielt, hat sie extreme Freiheiten in der Spielweise, so kann ein Gitarrist einfach das Hauptthema weiterspielen, während der zweite ein melodisches Riff darüber spielt und der dritte in ein Solo einsteigt. Durch die langsame Spielweise wirken die Songs dadurch aber nicht überladen, sondern reihen sich nahtlos in das Gesamtkonzept ein. Als Kritikpunkt würde ich mir ein bisschen mehr Abwechslung in der Spielgeschwidigkeit wünschen. Versteht mich nicht falsch, ich will hier keineswegs irgendein Blastbeat-Geballer rein haben, das würde auch überhaupt nicht in das Gesamtbild der Musik passen, aber hier und da könnte man durchaus ein paar schnellere Passagen einbauen.
1. Me, The Dreamer
2. Those From Ulthar
3. In The Mouth Of Madness
4. Under The Sign of Koth
5. The Gathering
6. Leng
7. Astral Void (End Of The Dream)