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29 Apr

23.04.2017 - Gebäude 9 Köln + Wolves In The Throne Room + Lycus

Wolves In The Throne Room Wolves In The Throne Room Underdog Recordstore

Dass es voll werden würde, wenn WOLVES IN THE THRONE ROOM entgegen ihrer einstigen Ankündigung wieder touren, war zu erwarten. Aber dass sich an einem Sonntagabend derart viele Menschen auf den Weg ins Gebäude 9 in Köln gemacht haben, um die einzigartige Band aus den USA sowie ihre Landsleute LYCUS im Rahmen der "Beltane 2017 European Tour" zu sehen, war erstaunlich.

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Obwohl das Konzert offiziell nicht ausverkauft war, war es schon bei der Vorband fast unmöglich, in den Konzertsaal zu kommen. Wer das verwinkelte Gebäude 9 kennt, weiß, dass der Eingangsbereich einem Nadelöhr gleicht, und nicht wenige, die sich nicht schon vor Beginn einen Platz im Raum gesichert hatten, machten beim Anblick der dicht an dicht gedrängten Rücken schnell wieder kehrt. Da drängte sich die Frage auf, wie „ausverkauft“ erst ausgesehen hätte. Für den ein oder anderen, der die Funeral Doomer LYCUS gern gesehen hätte, war dieser Umstand schade und auch unsere beiden Abgesandten gelangten erst nach mehreren Versuchen in den Konzertraum. 

LYCUS zu verpassen, wäre auch wirklich bedauerlich gewesen, denn sie gaben Funeral Doom zum Besten, wie er sein muss: Schleppend, lang, melancholisch, tief, druckvoll. Was gibt es Schöneres für Fans dieses Genres als ein Set, das aus drei Liedern
à plus minus 10 Minuten besteht! Der Opener „Solar Chamber“ wurde aus genannten Gründen leider verpasst, aber „Chasms“ und das an- bzw. abschließende „Obsidian Eyes“ konnten absolut überzeugen, v.a. durch die langsamen und trotzdem treibenden Parts sowie die kraftvollen Growls. Manchen mögen die Songs vielleicht zu langatmig gewesen sein, doch wenn man damit kein Problem hat, dann war die Band aus Kalifornien genau der richtige Support für WOLVES IN THE THRONE ROOM, denn Atmosphäre wurde hier schon auf hohem Niveau verbreitet und war die optimale Vorbereitung für das, was folgen sollte.


Der erste Eindruck, den man vom Hauptact bekam, war stimmungsvoll: Während der ziemlich langen Umbaupause wurde ein Intro mit Wasser-Geräuschen abgespielt und die Bühne in dichten Nebel gehüllt. Irgendwann ließen sich Schemen eines Bandmitgliedes ausmachen, der zur Einstimmung am Bühnenrand Nadelholz verbrannte, dem Geruch nach vermutlich Zypresse. Genau so etwas erwartet man von einem Konzert von WOLVES IN THE THRONE ROOM, die der Natur bekanntlich sehr verbunden sind. Auch die Backdrops mit Bäumen und Tieren darauf unterstrichen dies. Mit dem langsamen und wahnsinnig atmosphärischen „Dia Artio“ vom Album „Two Hunters“, das vor 10 Jahren großes Aufsehen erregte, ging es dann endlich los. Der Übergang von LYCUS zur Hauptband war dadurch perfekt: Obwohl man es, vor allem was Tempo betrifft, mit zwei völlig unterschiedlichen Genres zu tun hatte, gab es keinen krassen Bruch. Erst danach mit „Vastness and Sorrow“ vom gleichen Album nahmen WITTR gewaltig an Fahrt auf. Es lässt sich kaum in Worte fassen, was die Band rüberzubringen vermochte: Die schwarzmetallischen Veröffentlichungen aus ihren Anfangstagen sind absolut rasend und melodisch zugleich, dazu der Kreischgesang, und trotzdem wurden hier fast schon „höhere“ Vibes entwickelt, die man bei anderen Bands in der Form kaum erlebt. Der Unterschied zwischen ihrem sog. „Cascadian Black Metal“, der sich mit Natur, Mystik, Mythologie und dem Kosmos befasst, und gängigem Black Metal wurde nahezu greifbar, auch wenn musikalisch deutlich auch die alte Schule durchblickte.

IMG 5417 1Diese Band bewegt sich eindeutig in anderen Sphären! Mit „The Old Ones Are With Us“ wurde danach ein Stück vom kommenden Album präsentiert und konnte das Publikum offensichtlich genauso überzeugen wie die bekannten Lieder. Nach jedem Song wurden zahlreiche Arme in die Höhe gereckt und lautstark Beifall bekundet. Mit „Prayer Of Transformation“ vom 2011er Longplayer „Celestial Lineage“ ging es dann wieder gemächlicher zu, bevor der Höhepunkt folgte: „I Will Lay Down My Bones Among The Rocks And Roots“. Wenn es einen Song gibt, der die Band komprimiert verkörpert, dann ist es mit Sicherheit dieser. Kein Wunder, dass Blicke in die Umgebung während der 18 Minuten fast nur andächtig lauschende Gesichter zeigten, denn es waren 18 schlichtweg phantastische Minuten! Das Bühnenbild bestand den ganzen Gig über aus den schwarzen Umrissen von vier Musikern, die in dem in ruhige Farben getauchten Nebel headbangten, was die Nacken und die langen Haare bei jedem hergaben. Das Schlagzeug hinter ihnen war in den Dunstschwaden noch weniger erkennbar. Erfreulicherweise wechselten die Farben nicht so schnell wie üblich, sondern blieben deutlich länger bestehen, und stressige Lichteffekte gab es auch nicht, sodass sich in Kombination mit der Musik ein sehr stimmiges und harmonisches Gesamtbild ergab.

IMG 5643 1Völlig zu Recht nahm die Begeisterung der Zuschauer nach diesem Lied noch einmal zu und mündete in der Forderung nach einer Zugabe. Der Gig wäre nun an sich vorbei gewesen, doch WITTR kehrten auf die Bühne zurück, um zum Abschluss noch „Queen Of The Borrowed Light“ von ihrem ersten Album „Diadem Of 12 Stars“ aus dem Jahr 2006 zum Besten zu geben. Interessant ist, dass nichts vom zuletzt erschienen Album gespielt wurde, und auch der neue Song ließ erahnen, dass die Band möglicherweise wieder mehr zu ihren Wurzeln zurückkehrt. An diesem Abend konnte man jedenfalls tatsächlich seine Knochen zwischen diesen Wurzeln niederlegen, denn ihr Auftritt war einfach zum Niederknien. So ein Urteil kann man nicht häufig fällen, aber ist in diesem Fall definitiv angebracht. Zwei kleine Kritikpunkte konnten dem keinen Abbruch tun: Trotz Gehörschutz war der Sound ziemlich laut und teilweise sogar etwas übersteuert. Und Drummer Trevor kam zeitweise beim Doublebass etwas holperig daher, doch da er zuvor schon bei LYCUS tätig gewesen war, war dies absolut entschuldbar.

Hätte man vielleicht ein paar Tickets weniger verkauft und den Sound etwas heruntergeregelt, wäre dieser vom Underdog Recordstore − eine Kölner Institution − veranstaltete Konzertabend rundum perfekt gewesen. Aber das war er eigentlich auch so. Mit tollen und stimmigen Auftritten beider Bands wurde man an diesem Sonntag beeindruckt und zufrieden in die Nacht entlassen. Beltane ist also schonmal angemessen zelebriert worden, der Sommer kann kommen. Mit Black Metal wird er jedenfalls nicht alle Tage eingeläutet.

Weitere Informationen

  • Band(s): Wolves In The Throne Room, Lycus
  • Wann: 23.04.2017
  • Wo: Gebäude 9, Köln
Letzte Änderung am Freitag, 19 Mai 2017 10:46
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