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16 Jun

16.-18.06.2016 - Funkenflug MMXVI - All Good Things Are Wild And Free + Acherontas + Belphegor + In The Woods... + Svartidauði + Cult Of Fire + Albez Duz + Mosaic + Kringa +++

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Funkenflug MMXVI Funkenflug MMXVI Anna Apostata, Undergrounded

„All Good Things Are Wild And Free“ – unter diesem Credo fand das Funkenflug Festival in diesem Jahr zum vierten, aber auch zum letzten Mal auf der Neudegg Alm in Abtenau, im Salzburger Land, statt.

Anlässlich der Sommersonnenwende veranstaltet die Funkenflug Society bereits seit 2012 auf der Neudegg Alm in Abtenau, im Salzburger Land, das Funkenflug Festival. Es wird hierbei deutlich darauf hingewiesen, dass es kein Festival wie jedes andere ist, zu dem ein Vollsuff nicht fehlen darf und bei dem es ausschließlich darum geht so viele Bands - von dem am besten noch wahllos zusammengewürfelten Line-up - wie möglich zu sehen. Nein, es wird großen Wert daraufgelegt, dass die Bands sich nicht nur mit dem Sonnenwendritual identifizieren können, sondern auch, dass sie einen gewissen künstlerischen Anspruch innehaben. Es handelt sich also nicht um ein Festival im eigentlichen Sinne, sondern eher um eine rituelle Zusammenkunft.
Hier und da bekam man am Rande mit, dass auch einzelne Bandmitglieder der auftretenden Gruppen am Artwork des diesjährigen Funkenflug Festivals beteiligt waren. Dieser künstlerische Austausch ist nur einer der Aspekte, welche das Festival so besonders machen.


Normalerweise versuche ich meine ganz private und persönliche Meinung aus Reviews ´rauszuhalten, egal um welchen Aspekt es geht, damit eine möglichst objektive Sicht auf die besuchte Veranstaltung geboten wird. So habe ich es auch bei diesem Review versucht und bin mehrmals kläglich gescheitert. Es scheint einfach nicht möglich diese intensiven Erlebnisse ohne persönliche Sicht zu beschreiben – eben das würde der „Veranstaltung“ einfach nicht gerecht werden.
 

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Tag 1: Stormnatt Common Eider, King Eider Acherontas - Belphegor

Wer mit dem Auto anreisen und sich bezüglich der Anfahrt zur Neudegg Alm nur auf Google Maps verlassen wollte, kam nicht weit. Eine genaue Wegbeschreibung gab es aber auf der Homepage, mit deren Hilfe man ohne Probleme den Weg aus Abtenau auf die Alm fand. Für alle, die ihr Auto im Dorf lassen wollten gab es auch einen Shuttleservice, der dankbar angenommen wurde. – Schließlich sind 11km Fußmarsch pro Strecke nach einem anstrengenden Festivaltag nicht zu unterschätzen.
Um Punkt 17 Uhr wurde das private Gelände des Hauptveranstalters für die streng limitierte Besucherschaft geöffnet und mit dem letzten Glockenschlag schlug auch das Wetter von jetzt auf gleich um, sodass es anfing wie aus Kübeln zu gießen. Dies sollte sich bis Samstag nicht mehr ändern. 300 Karten wurden in diesem Jahr angeboten und innerhalb kürzester Zeit waren diese ausverkauft, eine Abendkasse gab es nicht. Das Festival wurde als geschlossene Gesellschaft begangen und nur wessen Kartennummer zum Namen passte wurde Einlass gewährt. Zu dem Hardticket wurde auch ein Schlüsseltalisman übergeben – eine wirklich schöne Symbolik.


13557898 1030775570337714_7371961375956088663_nDas österreichische Trio „Stormnatt“ hatte die ehrenvolle Aufgabe das diesjährige Funkenflug Festival musikalisch zu eröffnen. Leider waren die meisten Besucher überwiegend damit beschäftigt sich für Wertmarken und Krüge anzustellen und das Gelände zu erkunden, sodass sich nur wenige vor der Bühne versammelten. Schade, denn das Wiener Trio gab einen mehr als würdigen Opening Act ab. Mit klassischem Black Metal, optisch an ihre finnischen Kollegen von Behexen erinnernd, wussten sie das Publikum auf den ersten Tag einzustimmen und abgesehen von ihrem etwas blutigen Bühnenoutfit gab es keine übertrieben wirkende Inszenierung.







13584822 1030790353669569_4147777519387743820_oDie Band „Common Eider, King Eider“ musste, soweit es möglich war, aus der Warteschlange zum Funkenflug-Merchandise gehört werden, wo es besagte Wertmarken und Krüge zu erstehen gab. Auch wenn diese beiden Standpunkte nicht weit auseinanderlagen, ist auf dem kurzen Wege das meiste klangtechnisch durch Wind und Regen verweht worden.
Die Wartezeit wurde trotz des Regens nicht zu lang, da ich zu diesem Zeitpunkt Bekanntschaft mit zweien der vierbeinigen Besucher machen durfte. Passend zum Slogan „All good things are wild and free“ konnten die Hunde während der gesamten Festivalzeit auf dem Gelände frei herumtoben und hatten – meinem Eindruck nach – eindeutig am meisten Freude und am Ende des Festivals auch 300 Freunde mehr!
 


13522811 1030776640337607_6858528909758530886_oAls nächstes gaben sich „Acherontas“ die Ehre. Vor dem Auftritt wurde ein kleiner Altar errichtet und viele Kerzen entzündet, doch der immer stärker werdende Wind löschte diese innerhalb weniger Minuten. – Dies trübte den stimmungsvollen Rahmen jedoch kein Stück. Mit „Fires Of Prometheus“ eröffneten sie ihre Show. Bis auf den hohen Priester selbst waren alle anderen Bandmitglieder, wie gewohnt, durch Vermummung anonymisiert und entindivisualisiert. Die Setlist umfasste acht Songs, jeder einzelne mit tiefster Hingabe dargeboten. Der sehr hallende Gesang ist wohl das Merkmal Acherontas‘ schlechthin und verlieh des Zeremonienmeisters Gesang Nachdruck. Das durchgängig statisch rote Licht verstärkte die ohnehin gewaltige Atmosphäre. Ein feuriges Ende fand ihr Auftritt mit „Wampyric Metamorphosis“ und stimmte so perfekt auf den Headliner des ersten Tages, Belphegor, ein.

 


13522851 1030777117004226_5200141751493643677_oMit Beginn ihres Auftritts hörte es auf zu regnen und verschaffte dem bereits müde erscheinenden Publikum ein bisschen Ruhe, um Belphegor nun genießen zu können. Die Bühnenshow der Salzburger Death/Black Metaller, welche auf großen Bühnen ihren passenden Rahmen gefunden hat, mutete auf der Almterrasse etwas überdimensioniert an, doch boten sie dem Publikum von Anfang bis Ende einen absolut perfekten Auftritt mit einem guten Querschnitt ihrer Diskographie. Songs wie „Lucifer Incestus“, „Bondage Goat Zombie“ und „Hell’s Ambassador“ durften natürlich nicht fehlen, doch lag der Fokus klar auf dem 2014er Album „Conjuring The Dead“. Auch neues Material, „Totenkult – Exergesis Of Deterioration“, wurde dargeboten. Es kam im Gegensatz zur vorangegangenen Band etwas mehr Bewegung auf die Bühne, passend dazu wurde die Lichtshow hektischer und blaulastiger. Nach einer grandiosen Zugabe ging der erste Festivaltag – musikalisch gesehen – zu Ende.
 


Die schräg gegenüber dem Bühnenbereich liegende Scheune mit integrierter Bar lud nun zum gemeinsamen Trinken und Kennenlernen ein. – Bis der letzte Shuttlebus ins Dorf gefahren ist, waren dafür noch gute zwei Stunden Zeit und dieses wurde gerne angenommen. Für mich und meinen Freund (einige Leser werden ihn noch unter dem Namen Boern Olgardson kennen) hieß es aber schon bald den nächstbesten Shuttlebus zu nehmen, schließlich hatten wir vom Dorf aus noch einen Fußmarsch von knappen 5km vor uns. Ob des Wetters saß unser Auto, keine fünf Minuten nachdem wir die Alm erreichten, hoffnungslos im Schlamm fest und wir sollten es auch vor Sonntagmorgen keinen cm bewegen können. An dieser Stelle einen schönen Gruß nach Abtenau und an den einheimischen Festivalbesucher, der uns auf unserem Weg einsammelte und uns einige Meter erspart hat! – Faith in humanity partly restored!



Tag 2: Sum Of RKringaShibalbaAlbez DuzSvartidauðiAluk TodoloVemodSortilegia

 

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Dieser Freitag fing bereits mit heftigen Regenschauern an, die Abstände zwischen den Schauern wurden immer kürzer und die Intensität des Regens nahm ebenfalls immer weiter zu. Der Alptraum eines jeden Konzertfotografen suchte mich also abermals heim. An diesem Nachmittag war die Schlange vor dem Funkenflug-Merchandise-Stand besonders lang – kein Wunder, denn jeder wollte sich eine Regenjacke sichern.



13559142 1030777587004179_6619497351446326308_oDas Schweizer Duo „Sum of R“ waren am zweiten Tag also der Opening Act. Es ist wirklich schwer für ihre Musik eine eindeutige Kategorisierung zu finden. Das rein instrumentale, bestehend aus dem Schlagzeug und der Gitarre, wird von Effekten und Drones ergänzt. Da sie mit Loopern arbeiten wirkte der Auftritt fast schon hypnotisierend und passte mit dem prasselnden Regen wunderbar zusammen. Während des Auftritts war eine Spannungskurve deutlich zu merken. Mal dynamisch und schnell, dann wieder in sich wiederholenden Samples verlierend.

 

 




13558625 1030778490337422_4679648728971807481_oZu Beginn der zweiten Band des Tages hörte es auf zu regnen. „Kringa“ boten einen totalen Kontrast zu dem vorangegangenen
Klangerlebnis. Das österreichische Quartett bot - im instrumentalen Sinne - klassischen Black Metal, doch unterschied er sich durch den Gesang stark vom bisher Bekannten. Mal klarer Gesang, hin und wieder einzelne Schreie, die durch Mark und Bein gingen, dann klassische Growl-Parts, welche durch den Bassisten übernommen wurden. – Ihre Interpretation des Black Metals wusste zu gefallen und zu überzeugen, sodass der rund 40-minütige Auftritt viel zu schnell vorbei war.

 

 

 

13559177 1030783933670211_6582142388069035130_oNicht weniger stark war der Kontrast zum folgenden Auftritt von „Shibalba“. Acherontas  V. Priests zweites Projekt lebt von einer hochspirituellen Inszenierung und ihre Auftritte haben immer einen stark rituellen Charakter.  Die von ihnen erschaffene Klanggewalt beinhaltet Gesang, Samples, Drones und rituelle Instrumente wie das Horn, Trommeln und die Klangschale - um nur einige zu nennen.
Keine Inszenierung gleicht der anderen, so war auch dieser Auftritt Shibalbas speziell für die Neudegg Alm konzipiert worden. Während des Rituals wurden Gegenstände aus verschiedenen Kulturen benutzt. So spielte eine scheinbar maorische Totenmaske ebenso eine Rolle, wie die vielen Elemente aus dem Hinduismus, wie beispielsweise das Kuhhorn. Das Bühnenbild bestand weiterhin aus an Schreinen erinnernde Anrichten, welche mit menschlichen Schädeln und Knochen dekoriert waren, auch die Mikrofonständer waren mit Knochen behangen. – Alles in allem machte es den Anschein, als sei dieses Ritual dazu da, um den Toten eine Stimme zu geben. Interpretationen wird es viele geben, aber in einem waren sich wohl alle einig: dieser Auftritt war bis dahin wohl der am meisten atmosphärische und für mich persönlich auch der inspirierendste.
 


13559178 1030784500336821_2118869626790551469_oMit „Albez Duz“ gab es ein weiteres Mal an diesem Tag einen heftigen Stilbruch. Das Berliner Quintett präsentierte ihren Doom Metal mit einer guten Portion Stoner/70er Okkult Rock und wussten damit absolut zu überzeugen. Mit dem Opener „Fire Wings“ des 2014er Albums „The Come Of Mictlan“ hatten sie das Publikum von der ersten Sekunde an fest im Griff. Hatten sie auf demselben Album bereits eine grandiose Interpretation von Tanita Tikarams „Twist In My Sobriety“ geliefert, zeigten sie an diesem Abend, dass dies kein Einzelfall war. Auch ihre Coverversion des „Death In June“-Krachers „Omen Filled Season“ war mehr als auf den Punkt und so endete ihr gut 50-minütiger Auftritt ebenso stark, wie er begonnen hatte.

 

 

 


Die isländischen „Svartidauði“ gaben sich als nächstes die Ehre. Inzwischen hatte es wieder so heftig zu regnen begonnen, dass sich gefühlt die gesamte Besucherschaft in die Scheunenbar gerettet hatte, in der es ein so dichtes Gedränge gab, dass hier und da eine kleine Panik vor lauter Platzangst ausbrach. Auch ich habe mich lieber in den Regen geflüchtet. War es am Nachmittag noch möglich unter einem aufgespannten Regenschirm zu fotografieren, kam ich nun an meine - wenn auch spärlichen – technischen Möglichkeiten. Ebenfalls 50 Minuten hatten „Svartidauði“ Zeit, um ihr Set zu präsentieren, welches sie gewohnt anonymisiert begingen. Der schwarze Tod brachte Black Metal der härteren Schule auf die Alm, welcher streckenweise fast schon hypnotisch anmutete; an wenige Songs kann ich mich erinnern, doch stach „Flesh Cathedral“ besonders hervor. Von der Bar aus befürchtete man einen üblen Sound, konnte man von dort aus nur eine reine Basswand ausmachen, doch war er in unmittelbarer Nähe zur Bühne den Umständen entsprechend gut. Auch die Band selbst machte aus der Situation das absolut Beste, denn sie waren von jeglichen Widrigkeiten und den lichter werdenden Reihen unbeeindruckt und gaben bis zum Schluss alles! Das verbliebene Publikum dankte es ihnen mit heftigem Applaus.



„Aluk Todolo“ gingen in der beeindruckenden Kulisse von „Feuerjongleuren“ auf die Bühne, welche auf der Anhöhe gegenüber der Bühne die ersten Funken des Festivals versprühten. Das französische Trio performte eine knappe Stunde ihren instrumentalen Okkult Rock, welcher hier Black Metal- und dort sehr rhythmisch-hypnotische Einschläge vorweisen konnte. „Aluk Todolo“ reiht sich musikalisch gesehen beim Opener des Tages ein, doch fehlte mir persönlich das gewisse Etwas. – Vielleicht lag es aber auch einfach nur an dem bis dahin ziemlich gebrauchten Tag und dass ich in der Zwischenzeit unsere Autotür von einer viel intensiveren… brutaleren Seite kennenlernte, mein Auge zu schwoll, der Abend zumindest für mich gelaufen war und wir uns einfach nur nach dem ersten Shuttlebus sehnten. Das tapfere Publikum vor der Bühne schien es in jedem Fall besser gefallen zu haben. Auch diese Band scheint tief spirituell eingestellt zu sein, wenn man den Worten ihrer Facebook-Fanpage Glauben schenken mag: „The name ALUK TODOLO was brought back from a mountainous region of South Sulawesi in Indonesia, it’s an ancient religion with animist beliefs meaning «the Way of the Ancestors».“



Nach diesem anstrengenden Tag hatten wir auch an diesem Abend noch einen langen Weg vor uns; nur dieses Mal ohne unterwegs aufgegabelt zu werden. Dass es irgendwo in Europa eine Gegend ohne Taxiunternehmen gibt, wäre dann jetzt auch amtlich. - Erstaunlich welche Kräfte man entwickelt, wenn man einfach nur noch ins Bett will!

 

 

Tag 3: Alphörner – A Forest Of StarsMosaicWinterfyllethCult Of FireIn The Woods…


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ENDLICH! Endlich ließen die höheren Mächte Gnade walten und verschonten nach den weltuntergangsartigen Regenströmen der letzten zwei Tage das geschundene Publikum.
Traditionell eröffneten die Alphörner den letzten Tag des Festivals. Sie standen auf der Anhöhe gegenüber der Bühne, sodass sich den Besuchern ein idyllisches Bild bot, welches perfekter in das Bergpanorama nicht hineinpassen könnte. Die Geschichte von dem ergriffenen Finnen, welcher sich vor lauter Rührung ein, vielleicht auch zwei Tränchen wegstecken musste, machte schnell die Runde. – Nicht, um sich lustig zu machen, sondern weil es der unglaublichen Stimmung auf der Alm eine ebenso rührende Metapher bot.



13558737 1030785883670016_5987966999862425615_oDie erste Band an diesem Tag waren „A Forest Of Stars“, die gleichzeitig wohl auch die Exoten des Festivals waren, fielen sie nicht nur musikalisch mit ihrem progressiven Black Metal mit deutlichen Folk-Einschlägen sehr aus dem Rahmen. Optisch waren sie ebenfalls eine willkommene Abwechslung, waren sie doch im Gegensatz zu den anderen Bands sehr schick gekleidet. Die Geigerin brachte einmal mehr Abwechslung auf die Bühne und versprühte ihre positive Ausstrahlung und auch der Rest der Band zeigte nicht weniger Spielfreude. Zu siebt teilten sich die Engländer die Bühne auf der Almterrasse; viel Bewegungsfreiheit hatten sie daher nicht, aber dies tat dem stimmungsvollen Auftritt, welcher sich wunderbar an die Alphörner angliederte, keinen Abbruch. – Im Gegenteil! Ein wirklich gelungener Auftakt für diesen letzten Festivaltag.

 


13592656 1030786683669936_2995332147634853584_nAls nächstes stand die aus Thüringen stammende Band „Mosaic“ auf der Bühne. Außerhalb der Bühne ist „Mosaic“ das Ein-Mann-Projekt von Inkantator Koura, doch wird für Live-Auftritte verstärkend das Quartett komplett gemacht.  Die Band war mir bis dato völlig unbekannt, doch hatten sie mich mit ihrem experimentellen Black Metal innerhalb Sekunden überzeugt.
Hinter den Kulissen, bzw. in der Facebook-Veranstaltung zum diesjährigen Funkenflug Festival wurde den Besuchern bereits am Tag zuvor bekannt gegeben, dass sich auch die Band am Artwork des Festivals beteiligt hatten. Dieser Austausch der Künstler trug unter anderem dazu bei dieses Festival so besonders werden zu lassen.
Der 50-minütige Auftritt war gefüllt mit hingebungsvoller und intensiver Bühnenpräsenz und hätte ruhig länger andauern können.

 

 

 

 

13584684 1030790987002839_1894014825216306744_oIn der einsetzenden Dämmerung traten „Winterfylleth“ auf die Bühne und begangen ihr Set mit der Untertreibung schlechthin. Absolut klischeebefreit und in normalem Alltagsoutfit traten sie schon fast schüchtern vor das Publikum, machten eine kurze Ansage: „We are Winterfylleth and we’re from England.“, und hauten eine geschlagene Stunde lang ihre Interpretation von Black Metal ´raus. Kurze atmosphärische Momente wurden von wütender Raserei abgelöst und umgekehrt. Ihre sehr versierte Spielweise wirkte zu jedem Zeitpunkt, als ergebe es einen natürlichen Fluss. – Großartig. 





13509059 1030791573669447_1345209384088585464_nMittlerweile wurde es dunkel und auf der Anhöhe gegenüber der Bühne wurden Fackeln angezündet, während die tschechische Band „Cult Of Fire“ auftrat. Sie sind die zweite Band im Line-up, welche stark hinduistische Einflüsse aufweist. Das Bühnenbild bestand aus vielen kleinen Altären, welche mit Schädeln, allerlei Kerzen und Kelchen sowie Räucherwerk geschmückt waren. Die Bandmitglieder waren in Roben gehüllt, keine Gesichtszüge, keine Mimik konnte ausgemacht werden; sie standen sehr statisch auf der Bühne, es gab keine große Gestik. Und doch waren Bühnenpräsenz und Ausstrahlung unglaublich energetisch.  – Man hatte das Gefühl, dass sie sich als Musiker komplett aus der Performance nehmen, sodass ausschließlich die Musik im Fokus steht. Im überwältigenden Bergpanorma, umgeben von Fackeln und dem Vollmond über der Almhütte nahm ihr Auftritt nochmals an Atmosphäre zu und stimmte so perfekt auf das ein, was im Folgenden geschehen sollte!






13576897 1030798007002137_8701563452037780714_oDas bereits eingeschworene Konglomerat aus Künstlern, Musikern und Veranstaltern versammelte sich mit ihren Fackeln vor der Bühne. Jeder wusste schon jetzt, was passieren wird. Ein ganz eigenes Knistern lag plötzlich in der Luft und die gesamte Besucherschaft nahm einen Ortswechsel zum „Kraftplatz Neudegg“ vor, wo ein etwa 5m hoher Scheiterhaufen errichtet war. Dieser sollte nun von den Lichtträgern angezündet werden. Schon als sie ihren Weg von der Bühne zum „Kraftplatz Neudegg“ antraten wurde es still, oben angekommen lag die andächtige Stille wie ein warmer Schleier über dem gesamten Gelände. Nach einer 13567487 1030792023669402_9099607920337567824_nVerzögerung durch einen defekten Verstärker lieferten nun „In The Woods…“ den perfekten Soundtrack zum Sonnenwendritual. Keiner wagte es zu sprechen, jeder war nun ganz bei sich, eine beispiellose Energie entstand. Die Lichtträger fingen an die Scheite anzuzünden, jeder von ihnen gab einen Teil ihres Lichts – eine tolle Symbolik.
Die Band „In The Woods…“ stand hier zwar nicht im Vordergrund, doch haben sie dazu beigetragen ein wirklich intensives Erlebnis zu erschaffen. Ganze zwei Stunden standen sie auf der Bühne, welche wie nichts vergingen. Am Ende ihres Auftritts verschenkten die Botteri-Brüder CDs ihres Projekts „Strange New Dawn“ – an dieser Stelle eine eindeutige Empfehlung sich das Projekt näher anzuhören!
Die meisten standen über Stunden am „Kraftplatz Neudegg“, schauten einfach zu, wie die Holzscheite 13439185 1030798100335461_533518740909027410_nrunterbrannten, genossen die Wärme, welche sie verströmten und beobachteten die Funkenwolken, welche mal mehr, mal weniger in die Nachtluft stoben. An diesem Abend wollte ich einfach nicht von der Alm weg, wollte den Zauber des Moments nicht loslassen! Umso schöner, wenn man jemanden an seiner Seite hatte, mit dem man all dies teilen durfte, keine großen Worte braucht, um zu wissen wie viel all das bedeutet!

Am nächsten Tag haben wir – mit toller, fremder Hilfe - nur das Auto aus dem Matsch befreit und sind dann gen Heimat gefahren! Die komplett runtergebrannten Scheite zu sehen hätte ich nach dem emotionalen Abend wohl nicht verpackt.

 

 




Fazit: Ein Festival, welches auf nur 300 Besucher limitiert und als geschlossene Gesellschaft begangen wird, in einer traumhaft schönen Umgebung auf einer Alm im schönen Salzburger Land – was sollte es da zu beanstanden geben?!

Natürlich hätte es ruhig etwas weniger regnen dürfen, aber so ist die Natur nun einmal und das kann man den Veranstaltern wohl kaum zum Vorwurf machen und kann nur als Geschenk eines solchen Konzepts akzeptiert werden! Der einzige Punkt, der etwas kritisch war, war das etwas zu knapp bemessene Essen, welches an jedem Tag schon recht früh restlos weggeputzt war. Ansonsten waren die Preise von Speis und Trank im Rahmen und die Getränke wurden auch zu keiner Zeit knapp.

Generell wirkte das Festival irgendwie erwachsener, da es keine rumpöbelnden Besoffenen gab, keine Moshpits oder ähnliches – die Musik stand im Fokus und wurde sichtlich genossen. Die richtige Zielgruppe scheint sich angesprochen gefühlt zu haben. Des Weiteren habe ich mich sehr willkommen gefühlt. – Auf den Festivals und Konzerten, von welchen ich in der Zwischenzeit berichtet habe, kam ich meistens auch mit anderen Besuchern des Funkenflug Festivals ins Gespräch, die ähnliches erzählten und sich dort mehr als wohlgefühlt haben. Wie die Veranstalter im Nachhinein verlauten ließen haben sich die Besucher des Festivals peinlich genau an die Bitte gehalten die Natur zu respektieren und keinen Müll liegenzulassen.

Die vielen detaillierten Artworks, welche dem Konglomerat aus Künstlern entsprangen, waren nur einer der vielen Punkte, welche das Festival anlässlich der Sommersonnenwende so besonders machten. Wirklich beschreiben kann ich die Erlebnisse auf der Neudegg Alm nicht; mein beschränktes schreiberisches Talent stößt hier klar an seine Grenzen! - Dafür muss man einfach vor Ort gewesen sein.

Ein herzliches „Dankeschön“ an die gesamte Funkenflug Society für dieses – um beim Thema zu bleiben – unbeschreibliche Wochenende. Schade, dass es die letzte Ausgabe des Funkenflug Festivals war, doch wünscht Undergrounded euch alles Gute für kommende Projekte und wir hoffen nochmals auf die Alm kommen zu dürfen!

WELCOME dark time of the year! We now carry the sparks in our hearts and won't let it die away. The flames will rise whenever it gets all too dark! Love and Light!


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Letzte Änderung am Montag, 05 September 2016 20:51
Anna Apostata

Aika Multaa Muistot

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