Warning: include(/var/www/live/live.undergrounded.de/templates/gk_musicity/js/lnk.php): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/undergrounded/templates/gk_musicity/layouts/default.php on line 57 Warning: include(): Failed opening '/var/www/live/live.undergrounded.de/templates/gk_musicity/js/lnk.php' for inclusion (include_path='.:/usr/share/php:/usr/share/pear') in /var/www/undergrounded/templates/gk_musicity/layouts/default.php on line 57
Hinweis
  • There was a problem rendering your image gallery. Please make sure that the folder you are using in the Simple Image Gallery Pro plugin tags exists and contains valid image files. The plugin could not locate the folder: media/k2/galleries/3339
18 Aug

29./30.07.2016 - Prophecy Fest + Helrunar + Alcest + Secrets of the Moon + Germ + Wöljager +++

Artikel bewerten
(1 Stimme)
Prophecy Fest Prophecy Fest Prophecy

Ich gehe nicht häufig auf Festivals. Das mag zum Teil an meiner ausgeprägten Liebe für Gemütlichkeit liegen, genauso sehr aber auch an dem fehlenden Konzept und/oder der Bandauswahl auf den meisten dieser Events – umso mehr freute ich mich Ende Juli auf das Prophecy Fest in der Karsthöhle in Balve, das neben außergewöhnlicher Musik, meist des eigenen Labels, auch zum zweiten Mal Kultur, ein tolles Ambiente sowie jede Mengen Premieren zu bieten hatte.

Zwar fand Donnerstagabend bereits die Aufwärmshow mit ALVENRAD, MIRNAS’S FLING und THE GOOD HAND statt, ich trat die rund 415 Kilometer lange Strecke allerdings erst am folgenden Morgen an. Erster Dämpfer: Dank dem ein oder anderen Unfall und Deutschlands allseits geliebten Autobahnbaustellen in Hülle und Fülle wurden aus viereinhalb Stunden schnell siebeneinhalb. Die Konsequenz: Den Opener HEKATE verpasste ich unfreiwillig.

Begrüßt wurde jeder Gast – egal ob bei Hekate anwesend oder nicht – mit einem 72-seitigen, kostenlosen Festivalbuch, indem sich neben zwei CDs und einer Live-DVD vom vergangenen Jahr, Informationen sowie Grüße jeder Band befanden. Ebenso bewundernswert: Jede Band bekam am Wochenende gleich viel Spielzeit; toll für kleinere Bands, die auf vielen Festivals nach zwei oder drei Songs wieder die Bühne räumen müssen. Es ist schön ein Konzept des Respekts zu sehen und ich hoffe, dass beides in kommenden Jahren beibehalten werden kann.

Für mich begann das Prophecy Fest um 17:10 Uhr mit GERM. Bei Germ handelt es sich eigentlich um ein australisches One Man-Projekt im depressiven Black Metal-Bereich und ist nur eines der Geniestreiche von Tim Yatras (u.a. Ex-Austere, mitwirkend auf Woods of Desolations Meisterwerk „Torn Beyond Reason“). Für die Balver Höhle, der erste Auftritt der Band in Europa und erst der fünfte überhaupt, hatte sich Yatras Einiges an Unterstützung geholt. So bestand sein Live-Line-Up unter anderem aus David Conrad – durch sein Mitwirken bei Heretoir und Agrypnie nicht ohne Grund einer meiner liebsten deutschen Musiker – sowie Audrey Sylvaine beim Opener „Butterfly“. Von allen Bands habe ich mich auf Yatras und sein Projekt am meisten gefreut – und was soll ich sagen. Die Musik, Yatras‘ unmenschliche Schreie, dazu die Atmosphäre der Höhle: Die ersten zehn Minuten hatte ich durchgängig Gänsehaut. Ein solcher Einstieg in die Festlichkeiten kann kaum besser sein…dachte ich. Denn Germ warteten zum Abschluss mit einer richtigen Überraschung auf. „Just for a Moment“, wohl der bekannteste Austere-Song, trieb nicht wenigen Zuschauern Tränen in die Augen. Dass Conrad neben Yatras auf der Bühne stand, machte den Moment noch besser: Immerhin hatte er den Song bereits mit Heretoir gecovert, Zweistimmigkeit ahoi. Etwas, das ich nicht mehr so schnell vergessen werde. Ein toller Auftritt!

Nach gut einer halben Stunde Umbauarbeiten ging es weiter mit LES DISCRETS. Fursy Teyssier, Frontmann der Franzosen, war Art Director des Festivals und damit zuständig für Flyer, Shirts sowie einer 20 Bilder beinhaltenden, äußerst sehenswerten Kunstausstellung. Es war daher also kaum eine Überraschung, wenn auch große Freude, dass es sich Les Discrets nicht nehmen ließen, auf der Bühne zu stehen. Wenig überraschend konnte die Band das Publikum schnell in den Bann ziehen, ihr leichter, rockiger, verspielt-verträumter, heller Sound machte sich erneut hervorragend im Rahmen der Höhle – etwas, worauf die Organisatoren scheinbar großes Augenmerk gelegt haben, denn ohne groß vorweggreifen zu wollen: Jede einzelne Band passte hervorragend in die Location, erhielt durch das Ambiente bereits eine Grundatmosphäre, die jeden Auftritt positiv färbte.

13988229 1022573421190792 5285912840225042486 o

IRON MOUNTAIN fielen dann dem Zeltaufbau sowie der Erkundung des Geländes zum Opfer. Persönlich gefiel es mir gut, dass Park- und Zeltplatz sowie der Platz des musikalischen Geschehens nur wenige hundert Meter voneinander entfernt waren. Im Übrigen – und hier erneut ein kleiner Vorgriff – bietet sich die naturvolle Gegend rum um den Camping Platz toll zum Spazierengehen an, wie ich am nächsten Morgen erleben durfte.

Aber wieder zurück in die Höhle: Vor dem inoffiziellen Headliner HELRUNAR durften SECRETS OF THE MOON ihre Musik eineinhalb Stunden präsentieren. Aufgrund von Änderungen im Line-Up konnte die eigentlich geplante Acoustic-Show nicht gespielt werden, stattdessen entschied sich die Band ihr Album „Sun“ vollständig zu spielen. Persönlich konnte ich auch nach mehreren Anlaufen mit Secrets of the Moon noch nicht warm werden, das hat sich auch live nicht geändert. Der Auftritt war bei Weitem nicht schlecht, zudem kam das Quartett als einziges darauf, die Leinwand mit einzubeziehen, was wirklich gut gemacht wurde. Ob es an den in meinen Augen zu repetitiven Vocals oder an etwas anderem lag, fällt mir schwer zu sagen. Ein Auftritt, der mich persönlich kalt ließ, aber den vielen Fans vor der Bühne sichtlich Spaß machte. Und darauf kommt es doch letztendlich an.

HELRUNAR – viel brauch ich zum fünfköpfigen Black Metal-Urgestein wohl kaum zu sagen. Beim ersten Auftritt nach drei Jahren war nicht der leiseste Anflug von Rost auf der Bühne zu spüren. Im Gegenteil: Äußerst interaktiv (etwas, das den meisten Bands abhanden ging) gestaltet und knallhart gab die Band einen Querschnitt durch das bisherige Schaffen zum Besten. Ob zu „Unter dem Gletscher“ oder „Nebelspinne“, zu „Ich bin die Leere“ oder „Magdeburg brennt“: Die Haare flogen, die Nacken wurden strapaziert, Helrunar knallten ordentlich rein. Eine Premiere gab es dann bezüglich des schönen Anlasses auch noch: Erstmals wurde „Wein für Polyphem“ live gespielt. Ein starker Abschluss für einen starken ersten Festivaltag.

Alle guten Dinge sind bekanntlich drei und so möchte ich zum dritten Mal kurz vorgreifen: Festivals missfallen mir häufig, da der Sound der Bands live irgendwo zwischen „naja“ und „ich weiß nicht, was die spielen“ rangiert. Und so toll Saufen und Feiern auch ist, in erster Linie bin ich dort, um Musik zu genießen. Und ach, Frank Renner, Uwe Havers vom Sachsenklang-Studio sowie Stefan Fauth, was für eine Leistung. Wundervoll abgestimmt, klar und verständlich, so muss Musik auf einem Festival klingen. Oder lasst es mich verdeutlichen: Wer es schafft, dass GLERAKUR, die mit zwei Schlagzeugern, einem Bassisten und fünf (!) Gitarren auf der Bühne standen, nicht nach einem vollkommenen Brei klingen, der hat sein Geld verdient.

13962791 1022603904521077 1529946296565409182 o

Der zweite Tag begann ebenso wie der erste mit einem richtigen Highlight, etwas, das man nur selten auf Festivals erlebt: einem Musiktheater. Ich war mir nicht einmal sicher, ob ich es mir anschauen sollte, fand es doch in der rund 2,5 Kilometer entfernten Hönnetalhalle statt. Aber ich bin verdammt froh, dass ich es getan habe. Es war eine Menge los, selbst auf den Garderobetischen wurde gesessen – und das um 11 Uhr morgens. WÖLJAGER, das Dark-Folk-Projekt von Helrunar-Frontmann Marcel Dreckmann, boten dort in rund eineinhalb Stunden ihr Album "Van´t Liewen un Stiäwen" ("Vom Leben und Sterben") dar. Allerdings war die Musik, vorgetragen im Münsterländer Platt, nur ein Teil des Auftritts, denn neben den hochdeutschen Erzählpassagen – von Dreckmann gesprochen – waren es insbesondere die drei Schauspieler Tine Schoch (Mutter/ Magdalene/ Anne Ruhkamp), Stefan Nászay (Wilhelm) und Konrad Haller (Heinrich), die mit einer hervorragenden Leistung Gänsehaut bescherten. Das Stück handelte von einer Sage aus dem Münsterland Ende des 19. Jahrhunderts, die von Wilhelm erzählt, einem Spökenkieker, einer Person, die das zweite Gesicht besitzt. Die Symbiose aus Musik, Erzähltem und der Schauspielerei verdiente die Standing Ovation am Ende zweifellos. Wer nicht da war: Sorry, ihr habt richtig etwas verpasst.

13938311 1022602194521248 966662523631076002 o

Musikalisch ging es dann in der Balver Höhle um kurz vor 14 Uhr weiter, die nächste Premiere: VÖLUR, ein wundervoll ungewöhnliches Trio aus Kanada, spielten ihr erstes Konzert in Europa. Teils sehr ruhig, mystisch und langsam, teils schnell und hart war es vor allem der beeindruckende, zweistimmige Gesang von Lucas Gadke und Laura C. Bates, der mitriss. Ohne Gitarre auf der Bühne (Gadke nur mit einem Bass bewaffnet) übernahm Bates die Leadposition mit ihrer E-Violine. Völur passten wundervoll ins Bild des Festivals; eine Band, die sich nur schwer in irgendwelche Schubladen stecken lässt, eine Band, die sonst wohl nur wenig Spielzeit sehen würde. Aber auch eine Band, die eine richtige Überraschung war – interessanter, toller Auftritt.

Von einer Überraschung zur nächsten: BOHREN & DER CLUB OF GORE waren mir vor ihrem Auftritt in Balve nicht geläufig, aufgrund des (zumindest auf den ersten Blick) nicht unbedingt einladenden Bandnamens habe ich mich auch nicht weiter mit ihnen beschäftigt - was ein Fehler! Der Höhleneingang wurde vor dem Auftritt des Trios verdunkelt, auch die Bühnenbeleuchtung bis auf spärliches Licht ausgelassen: die Höhle erneut als perfekte Location. Denn die Band passte mit ihrem langsamen, basslastigem und dunklen Jazz perfekt ins Bild. Musik zum Genießen, Musik voller Atmosphäre. Die Band selbst bezeichnet das als „doom ridden jazz music“. Die langen, hypnotischen Songs (unter anderem „Beileid“, „Karin“, „Still am Tresen“ und „Midnight Black Earth“) wurden immer wieder getragen von einem traurig-melancholischen Saxophon. Auch hier: top Sound, top Musik, die wirklich bis ins Mark ging. Grandios. Dass man mit Kontrabass, Saxophon, Xylophon und einem mit einem Besen gespielten Schlagzeug so etwas kreieren kann – Musik ist einfach etwas erstaunlich. Aufgelockert wurde die Atmosphäre zudem durch die absichtlich ruhigen, aber unheimlich humorvollen Ansagen vor den einzelnen Songs durch Christoph Clöser, der die Kompositionen nach dem Prinzip „keine Möbel, aber eine Putzfrau“ beschrieb. Inwiefern das passend sein mag, lasse ich da hingestellt, der langanhaltende Applaus am Ende des Auftritts sprach jedenfalls für sich.

Trotz mittlerweile rund 25 Minuten Verspätung fanden sich gegen 17 Uhr jede Menge Fans vor der Bühne ein, ANTIMATTER standen als nächstes auf der Liste. Die sich selbst als „traurigste Band der Welt“ bezeichnenden Musiker rissen das Publikum auch schnell mit ihrem psychedelischen Rock mit, gute Vocals und ordentliches Riffing trugen ihren Teil dazu bei. Gespielt wurde ein „exclusive 2000-2007 special set“. Ähnlich wie am Vortag bei Secrets of the Moon erreichte mich die andernorts beschriebene Euphorie und Emotionalität der Band jedoch nicht. Wenn ich ehrlich bin, fand ich den Auftritt nach einigen Minuten langweilig. Also lieber ein Bier geholt und auf die nächste Band gewartet.

13995592 1022588537855947 7159938646747990463 o

Denn die nächste Band wartete mit der nächsten Premiere auf die Festivalbesucher. Die bereits vorher angesprochenen Isländer von GLERAKUR waren erstmals auf deutscher und kontinentaleuropäischer Bühne zu sehen, ohnehin war es eine der ersten Liveauftritte der jungen Band. Wie bereits gesagt: Allein die schiere Masse an Musikern auf der Bühne war beeindruckend, zwei Drummer, ein Bassist und fünf Gitarristen. Dass man vor der Bühne keinen Soundbrei zu hören bekam, finde ich auch eineinhalb Wochen später immer noch grandios. Stattdessen wurde man vor eine Soundwand geschleudert, die ich so lange nicht mehr erlebt habe. Einseitig, aber hypnotisch und in einem äußerst hohen Tempo spielte sich die Band in eine Art Trance. Auch die spärlich eingesetzten Vocals waren stark. Zwar war ich lange Zeit nicht hundertprozentig überzeugt, beim letzten Song schlug dann die Welle der Euphorie auch über mir nieder – ein grandioses Stück und ein starkes Ende für einen überraschend guten Auftritt. Ich bin gespannt, was es von GlerAkur noch zu hören geben wird.

Lange bevor Neige & Co. gegen 20:45 Uhr die Bühne betraten, war die Höhle voll. ALCEST waren, ich denke das kann ich einfach mal so behaupten, der inoffizielle Headliner des gesamten Fests, die Band, auf die die meisten hin gefiebert hatten - ich inklusive. Das lag daran, dass die Franzosen erstmals ihr grandioses Album „Écailles de Lune“ vollständig zu spielen gedachten. Es war grandios. Der Sound war klasse, die Atmosphäre wundervoll und Alcest fehlerfrei – um mich rum blieb das ein oder andere Auge nicht trocken. Spätestens bei meinem persönlichen Favoriten „Percées de lumière“ war Gänsehaut angesagt. Zudem machte die Band nach „„Écailles de Lune“ nicht Halt, unter anderem „Autre Temps“ und weitere Songs von „Les Voyages de l'Âme“ fanden ihren Einzug in die Setlist, ehe mit „Deliverance“ der Auftritt perfekt abgerundet wurde. Der Auftritt von Alcest: ohne Zweifel eines der ganz großen Highlights der beiden Tage – auch wenn ich nicht verstehen kann, warum man sich in die dritte Reihe stellt, nur um dann das ganze Konzert über miteinander zu tratschen, liebe Nachbarn…

13963066 1022570261191108 6576154504357955457 o

Für mich hörte mit Alcest das Erlebnis Prophecy Fest auf eine der höchsten Noten auf, aufgrund persönlicher Verpflichtungen am Folgetag musste ich leider auf SOL INVICTUS und VEMOD verzichten und den Heimweg antreten.

Nach meinen bisher ausschweifenden Worten, möchte ich mein Fazit kurz halten: WOW. Okay, nicht so kurz. Das Prophecy Fest 2016 in und um die Karsthöhle in Balve war der Hammer. Tolle Auftritte, viele Premieren und für mich auch Überraschungen, grandiose Auftritte von Germ und Alcest, dazu ein atemberaubendes Theaterstück von Wöljager, eine schöne Ausstellung mit Kunstwerken von Fursy Teyssier, ein nicht zu vergessen tolles Buffet am Samstagmorgen zum Frühstück vor der Höhle, nette, umkomplizierte Ordner, eine wundervolle Location, und und und…ihr seht, die Liste könnte weitergehen. Das Prophecy Fest trotz 90 + 15 Euro Camping und drei Euro Parkgebühr ist nur wärmstens zu empfehlen. Für das kommende Jahr sind übrigens unter anderem bereits Dornenreich und The Vision Bleak bestätigt.

Weitere Informationen

  • Band(s): Helrunar, Alcest, Germ, Secrets of the Moon, Vemod, Sol Invictus, Antimatter, Wöljager, Völur, Glerakur, Les Discrets, Bohren & der Club of Gore
  • Wann: 29./30. Juli 2016
  • Wo: Balver Höhle, Balve
Letzte Änderung am Samstag, 20 August 2016 14:55
Asgrimur

Courage is found...

in unlikely places

Bildergalerie

{gallery}3339{/gallery}
scr hartneckig taktart logo logo lanju_03-14w blas
logo infi waldhalla radio-d metal only metalmerchandising
urtod metalanwalt logo r34

undergrounded 2016 - Impressum - Datenschutzerklärung

 

Login