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25 Feb

Betrayal - Infinite Circles

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(3 Stimmen)
Infinite Circles Infinite Circles Betrayal

Was lange währt, wird endlich gut. Diese Philosophie der produktiven Weile war wohl die Maxime des Handels bei der Produktion von Betrayals seit 2005 ausstehendem Debutalbum. Letztendlich erblickte "Infinite Circles" unter Transcending Records das Licht der Welt und der technische Death Metal mit melodischen wie progressiven Einschlägen der Aschaffenburger Band ist beeindruckend gut.

 

Der Sound der Scheibe ist äußerst steril mit einem stark betonten Schlagzeug, während die Vocals zumeist im Hintergrund stehen, was der Atmosphäre des Ganzen jedoch durchaus zuträglich ist. Wenn der kurze Prolog der CD auch nicht die Welt bewegt, so fasst er mit seinen Regenschauern doch die vom Klang getragene Gesamtstimmung des Albums recht gut zusammen. Dieses Bild wird eigentlich nur von den tiefen Growls untergraben, die sich nicht gut in den Mix eingliedern und im Gegensatz zu den übrigen Vocals sehr nah und unräumlich wirken, was zu einem leider etwas inkohärenten Ergebnis führt. Davon abgesehen braucht es eine kurze Phase der Eingewöhnung, ehe man den doch etwas unkonventionellen Sound zu schätzen lernt, aber sobald man diese hinter sich hat, steht dem Genuss des Albums nichts mehr im Wege.


Und ein Genuss ist es in vielerlei Hinsicht. Salopp ausgedrückt sind die Mid-Range Vocals von Sänger Alex der Shit. Sie haben durch einen hohen Anteil an Stimmlichkeit einen hohen Wiedererkennungswert und fügen sich wahnsinnig gut in den Sound der Band ein. Ihr Timing ist solide und selbst wenn sie laid back oder rhythmisch frei eingesetzt werden, wirkt es nicht angestrengt oder unpassend. Die Gitarren sind ebenfalls gut eingespielt und lassen die gröberen Unsauberkeiten, welche sich häufig auf den Releases kleinerer wie auch größerer Bands einnisten, dankenswerterweise missen.


Die größte Stärke der Band bzw. des Albums sind wohl die einzelnen Formteile. Was hier auf den geneigten Hörer abgefeuert wird, gehört zum Besten, was ich seit Langem gehört habe! Von Riffs, die interessanten wie logischen harmonischen Strukturen folgen (wie beispielsweise im Intro von "The Shell") bis hin zu Riffs, die einem einfach nur auf die angenehmst denkbare Weise ins Gesicht treten (wie im Intro von "Monuments" der Fall) wird eine unglaubliche Bandbreite an absolut hochkarätigen Teilen geboten, welche Eingängigkeit mit Komplexität zu vereinen wissen und aus denen schließlich mal mehr und mal weniger sinnvolle Songs gestrickt werden. Das Album lässt sich vom kleinen instrumentalen Interlude "Watershed" äußerst schlüssig in zwei Hälften teilen, denn wo ich an der ersten Hälfte bestehend aus "The Shell", "Infinite Circles", "Contamination" und "Fighting Perdition" absolut nichts Weltbewegendes am Songwriting zu kritisieren habe, sieht das im weiteren Verlauf des Albums mit "Flagellation of Mind", "Monuments", "The Awakening" und "Order of Chaos" leider anders aus.

Die Songs der ersten Hälfte haben meistens eine recht klare Dramaturgie, die durch intelligente musikalische Querverweise glänzt. Es wird mit den Erwartungen an einen Metaltrack gespielt, ohne dass die wohl platzierten Überraschungen in Willkür ausarten. So wird mal ein Chorus vorgehalten oder ein Formteil abrupt in einen anderen überführt, aber man fühlt sich nie verloren und die Eingängigkeit der absolut exzellenten Refrainzeilen und Chorusse (besonders lobenswert sind in dieser Hinsicht "The Shell", "Monuments" und "Contamination") entschädigt dann für die strapazierte Erwartung.

 

Diese Qualität verlieren die Songs in der zweiten Hälfte - abgesehen vom grandiosen, wenn auch bedauerlich kurzen "Monuments" - leider. "Flagellation of Mind" beginnt noch sehr stark, driftet dann aber nach dem zweiten Chorus kurz nach der 2-Minutenmarke von eingeschlagenen Pfad ab. Nach dem harten und eigentlich sehr stimmigen Bruch, der dann einsetzt, wird kein klarer Rückbezug, sondern ein ruhiges Intermezzo geboten, welches allerdings nicht in letzter Konsequenz ausgespielt wird, ehe es sich in einen am Introthema angelehnten weiteren Instrumentalteil ergießt, der sich bis zum Outro streckt. Und an dieser Stelle hatte mich der Song endgültig verloren, denn mal abgesehen davon, dass der Teil an sich nicht zum Stärksten auf der Scheibe gehört, wäre hier - spätestens nach dem ruhigen Break - etwas notwendig gewesen, was denn Song runder schließt als ein weiterer recht harter Bruch. Den Höhepunkt des verlorenen Fokus markiert allerdings der letzte Track auf der Scheibe: Dieser trägt den Namen "Order of Chaos" und er trägt ihn zurecht.


Eventuell soll das auch der Witz sein, aber irgendwie geht diese humoristische Kapriole winkend an mir vorbei. Schon alleine, da sie sich definitiv zu Lasten des Stückes auswirkt. Der Song beginnt, indem das Outro vom Vortrack "The Awakening" als Intro beziehungsweise als Vers umgedeutet wird und im Mid-Tempo melodiös daherstampft. Der Teil bricht dann nach einer guten Minute weg und es wird mit akustischen Gitarren und Snarefiguren ein zweites Intro etabliert, nur um letztendlich Platz für ein drittes, schwarzmetallische Vibes versprühendes Intro zu machen. Dieses leitet dann letztendlich einen der besten Verse des ganzen Albums ein, welcher die Halbzeit des letzten Tracks markiert. Man hat den Song also bereits zur Hälfte hinter sich gelassen, ehe man sich zum ersten Mal irgendwo musikalisch heimisch fühlt. Und es wird nicht besser, denn was nun folgt sind zwei harte Brüche, gefolgt von einem anderen Vers, der motivisch nichts mit dem ersten zu tun hat, nochmal der erste harte Bruch in einer etwas längeren Version und ein Outro. Das ist kein Songwriting. Das ist ein Unfall. Und dieser Unfall trifft einen umso härter, da Betrayal zuvor demonstriert haben, dass sie eigentlich Songs schreiben können. "The Awakening" krankt an ähnlichen Problemen, ist aber nicht so absurd wie "Order of Chaos". Bei diesen Tracks wurde definitiv die dünne Linie zwischen Progressivität und Willkür überschritten und das ist verdammt schade, denn es trübt ein sonst überaus exzellentes Album ein wenig.

 

Trackliste:

01. Prologue

02. The Shell

03. Infinite Circles

04. Contamination

05. Fighting Perdition

06. Watershed

07. Flagellation of Mind

08. Monuments

09. The Awakening

10. Order of Chaos


Bewertung:

8,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Betrayal
  • Album Titel: Infinite Circles
  • Erscheinungsdatum: 17.06.2016
  • Fazit: Alles in allem bleibt mir nur zu sagen, dass ich trotz der handverlesenen Ausrutscher wahnsinnig begeistert von diesem verspäteten Erstlingswerk war und mir wünsche, dass nicht abermals elf Jahre bis zum nächsten Release ins Land ziehen. Denn wenn der Metal eines braucht, dann sind es mehr Alben vom Schlage eines "Infinite Circles".
Letzte Änderung am Samstag, 25 Februar 2017 17:39

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