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13 Feb

Centrate - Ritual

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Ritual Ritual Centrate

Tribale Rhythmen, welche einladen, sich in der jeanslastigen Stammeskluft in den nächsten rituellen Moshpit zu schmeißen, eröffnen das Debutalbum "Ritual" der Dillenburger Band Centrate durchaus zweckdienlich. Es folgt ein Album mit rund 40 Minuten und einem "Exodus"-Kampfschrei auf den Lippen, mit dem die Bay-Area zu zelebrieren beginnt, ohne dabei dreist zu kopieren. 

In gewisser Hinsicht ist eine Thrash-Metal-Scheibe schon ein voller Erfolg, wenn einen der gnadenlose Drang überkommt, sich grölend an vorderster Front in eine Wall of Death einzureihen. Und tatsächlich versprüht "Ritual" diesen konzertanten Flair, was nicht zuletzt an der alles andere als sauberen Produktion liegt. Diese entpuppt sich dann aber leider als Fluch und Segen zugleich, denn es ist trotz aller sympathischen Proberaumauthentizität nie wirklich ein gutes Zeichen, wenn man das Verlangen hat, einen De-Esser auf die Becken zu legen. Alles, was nicht Ride oder Hi-Hat heißt, blutet den Mix um rund 10khz so schmerzhaft zu, dass man den armen Cymbals am liebsten den Gnadenschuss geben möchte.


Die festgehaltene Performance ist einigermaßen akzeptabel. Die obligatorischen Unfeinheiten in schnellen Tremolo-Picking-Passagen und Drum-Fills sind nicht unbedingt störend - teilweise wirken sie sich gar gegenteilig aus, denn sie geben dem Ganzen einen rohen Charme zwischen organischer Produktion und Proberaumflair. Bedauerlicherweise haben es tatsächlich einige Rhythmusunfälle auf das Album geschafft, die aus voller Seele "Lösch mich!" schreien. Diesem Verlangen hätte man nachgeben sollen. Ausgenommen sind hier leider auch nicht die Vocals von Sänger Niki Keul, denn während seine Stimme und der oft gut arrangierte Einsatz der ihm zur Verfügung stehenden Stimmfarben durchaus hörbar sind, so ist es sein Timing nicht. Wahnsinnig häufig hetzen die Vocals den Instrumenten hinterher, was an vielen Stellen in etwa so erfolgversprechend ist wie die Bemühungen des Hundes, der verzweifelt dem Postauto hinterherrennt. Dadurch geht ihnen leider einiges von der theoretisch vorhandenen in-your-face-Attitüde verloren.


Die Riffs und Einzelparts sind im Regelfall rund und solide. Wenngleich die Essenz des Thrash-Riffs durch ihre Adern zu fließen scheint, leiden sie leider dann und wann unter Thrombose. Unter anderem beim Intro von "Forever Mine", welcher gleichzeitig der mit Abstand schwächste Song auf dem Album ist, beim Solo von "In the Face of Death" oder beim Mainriff von "Kill 'till Death" kommt die Krankheit dann zum Vorschein. Von diesen und ähnlichen kleinen Ausreißern abgesehen sind die Einzelteile aber immer vollkommen in Ordnung. 16-taktige Riffmonster mit komplexen harmonischen Strukturen sucht man zwar vergebens, aber dem old-schooligen Sound der Scheibe ist das Dargebotene meist sehr zweckdienlich. Wenngleich man das Gefühl nicht loswird, dass auch bei den Riffs einiges an Potential verschenkt wurde, da vielen eine harmonische Entwicklung nochmal gutgetan hätte.


Eine weitere Schwäche des Albums offenbart sich aber leider im Songwriting, denn die Band erbt mir ihren Bay-Area Anleihen auch eines der größten Probleme in diesem Stil - die Neigung zur willkürlichen Formteilreihung. Am besten lässt sich das am ohnehin schon nicht gerade Euphoriestürme hervorrufenden "Forever Mine" beobachten, welches mit unbeholfenen Übergängen und absolut antiklimaktischen Rifffolgen glänzt. Konträr dazu müssen allerdings "Vodoo", "Soul Collector" und "Infected" lobend erwähnt werden, welche dem geneigten Thrashfan solides Futter liefern und ohne Haarkreisel unterbrechende Konfusionen auskommen.


Allerdings bleibt abgesehen von diesen Tracks auch nach mehrmaligem Hören nicht wahnsinnig viel hängen. Das Album ist von Produktion und Ausfällen durchwachsen solide, aber leider keineswegs bahnbrechend. Es fehlen die Twists in der Thrash-Formel, das kreative Spiel mit der Tradition des Genres oder irgendein anderer Kniff, der das Album aus der Mittelmäßigkeit katapultieren könnte. So bleibt größtenteils solide Kost für den Hardcore-Thrasher auf der Suche nach mehr vom Gleichen, aber nichts für jemanden, der verbissen den Underground nach dem Funken zum Entfachen der nächsten Revolution des Thrash durchstreift.  


Trackliste:

01 - Voodoo

02 - In The Face Of Death

03 - Forever Mine

04 - Soul Collector

05 - Old Man's Table

06 - Infected

07 - Kill Till Death

08 - Revenge

09 - Ritual

10 - Exorcism (Bonus)


Bewertung:

5,5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Centrate
  • Album Titel: Ritual
  • Erscheinungsdatum: 00.00.0000
  • Fazit: Allerdings bleibt abgesehen von diesen Tracks auch nach mehrmaligem Hören nicht wahnsinnig viel hängen. Das Album ist von Produktion und Ausfällen durchwachsen solide, aber leider keineswegs bahnbrechend. Es fehlen die Twists in der Thrash-Formel, das kreative Spiel mit der Tradition des Genres oder irgendein anderer Kniff, der das Album aus der Mittelmäßigkeit katapultieren könnte. So bleibt größtenteils solide Kost für den Hardcore-Thrasher auf der Suche nach mehr vom Gleichen, aber nichts für jemanden, der verbissen den Underground nach dem Funken zum Entfachen der nächsten Revolution des Thrash durchstreift.
Letzte Änderung am Montag, 13 Februar 2017 10:47

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