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12 Feb

Whitford/St. Holmes - Reunion

  • geschrieben von  Hailsaitan
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Reunion Reunion Whitford/St. Holmes

Ein wesentlich klügerer Mann als ich es bin hat einmal gesagt, dass man "bei einer Kritik Kunst bei der Idee nehmen muss und sich nicht auf beschlossene Unterlassungen versteifen darf". Dieses Album veranlasst mich dazu, ihm zu widersprechen.

Aber mal ganz von vorne: Die Herren Whitford und St. Holmes sind keineswegs unbeschriebene Blätter, ersterer war bereits bei Aerosmith aktiv und der Zweite als Sänger bei Ted Nugent tätig. Was eigentlich die Frage aufwirft, warum jemand dieses Album an ein Zine namens Undergrounded schickt, aber heutzutage landen einem ja die seltsamsten Dinge auf dem Schreibtisch. Jedenfalls haben die beiden 1981 das erste gemeinsame Album veröffentlicht und legten kürzlich mit dem "Reunion"-Album nach. Wenn man sich die Historie der beiden Beteiligten vor Augen führt, weiß man auch in etwa, was einem beim Hören des Albums erwarten wird. Das Ganze gibt es dann in einem sehr angenehmen Soundgewand, bei dem fast nur die etwas dumpfen Gitarren geschmacksbedingt stören könnten. Objektiv betrachtet haben wir es hier jedoch mit einer Hochglanzproduktion zu tun, was in Anbetracht der Namen in etwa so überraschend ist, wie die Musik, die sich darauf befindet. In seinen besten Momenten hat das ganze einen leichten Cadillac-auf-der-Route-66-Vibe und man kann sich bereits, einen Arm auf dem Fensterrahmen abgelegt, im Auto mit Kopfbewegungen die Schnappschildkröte zelebrieren sehen. Dabei ist der erwartete Sound mit leichten, modernen Clutch-Einschlägen verziert worden, was nie eine schlechte Idee ist.

 

Wo ist also der Haken an der Sache? Dort, wo die Musik selbigen schlägt und von der Route 66 abbiegt, um bei einem Südstaaten-Volksfest im gelben Anzug Songs für regressive Mitvierziger zu spielen, die damals zu Ted Nugent ihre Jungfräulichkeit verloren haben und dies auf genanntem Volksfest wieder aufleben lassen wollen, aber mittlerweile eigentlich Pop hören. Hier werden teilweise Klischees so sehr auf Massengeschmack poliert, dass sich zum obligatorischen sympathischen Fremdscham ein gewisser, der Sache nicht dienlicher, Ekel gesellt. Das Album ist so anbiedernd schleimig, dass es selbst darauf ausrutscht.

 

Und das obwohl, oder gerade weil, es eigentlich alles richtig macht. Es ist nie zu aufregend aber auch nie zu platt, um die Zielgruppe auf die eine oder andere Weise abzuschrecken und wurde von Leuten geschaffen, die ganz offenbar wissen, was sie tun. Solide bis gute Riffs in effektive Arrangements und Songs gepackt mit einer schönen Produktion und grenzwertigen Texten, in denen der Sänger so fixiert darauf ist, seine Angebetete Baby zu nennen, dass Freud fragwürdige Neigungen unterstellen würde. Also wurde eigentlich fast alles, was man sich von einer Rockscheibe dieser Art erhoffen kann, hier umgesetzt und doch ist das Endprodukt fast ganz und gar unerträglich. Wobei es traurigerweise mit "Shapes", das mit runden Riffs und ungewöhnlichen Strukturen glänzt, sehr vielversprechend beginnt. Auch "Rock All Day" wäre ohne den Chorus ein sehr angenehmes Stück Musik, mit seinem beinahe epischen Intro und der wahnsinnig gut inszenierten Verse, und selbiges lässt sich auch über "Gotta Keep on Movin'" sagen, das als netter Up-Temporock mit chuggigen Gitarren daherkommt, denn auch hier trieft der Chorus so sehr, dass Nickelback neidisch wäre. Allerdings wird bereits beim zweiten Song "Tender is the Night" klar, woran man wirklich ist. Der Song ist generischer Schmuserock, der durch absolut übermäßigen Streichereinsatz gewaltsam in Kitsch ertränkt wird.

 

Es ist ein Album, das zu bewerten schwierig ist, da es in fast allem, was es zu sein strebt, erfolgreich ist, aber mir trotzdem sehr sauer aufstößt. Ich rette mich aus diesem Dilemma mit der Berufung darauf, dass wir uns hier auf Undergrounded befinden und das ein wenig in die Perspektive bei der Bewertung einfließen sollte. Das Album ist nicht Underground, sondern Antirock, denn abgesehen von den zelebrierten Klischees hat es nicht viel mit dem Gedanken, der Attitüde oder der Ästhetik des Rocks zu tun. Bitte nicht mehr davon. Danke.

 

Trackliste:

1 Shapes
2 Tender Is the Night
3 Rock All Day
4 Hot for You
5 Hell Is on Fire
6 Catch My Fall
7 Shake It
8 Gotta Keep on Movin'
9 Flood of Lies


Bewertung:

Keine Wertung

 


Weitere Informationen

  • Band: Whitford/St. Holmes
  • Album Titel: Reunion
  • Erscheinungsdatum: 08.07.2016
  • Fazit: Es ist ein Album, das zu bewerten schwierig ist, da es in fast allem, was es zu sein strebt, erfolgreich ist, aber mir trotzdem sehr sauer aufstößt. Ich rette mich aus diesem Dilemma mit der Berufung darauf, dass wir uns hier auf Undergrounded befinden und das ein wenig in die Perspektive bei der Bewertung einfließen sollte. Das Album ist nicht Underground, sondern Antirock, denn abgesehen von den zelebrierten Klischees hat es nicht viel mit dem Gedanken, der Attitüde oder der Ästhetik des Rocks zu tun. Bitte nicht mehr davon. Danke
Letzte Änderung am Dienstag, 21 Februar 2017 12:38
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