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05 Okt

Release der "Encyclopaedia Necronomica" - Interview mit Philipp Herrmann

Encyclopaedia Necronomica Encyclopaedia Necronomica Philipp Herrmann/Abraxas Artworks

Ins dunkle Verlies von Gabys Gruft in Stuttgart zog es uns vorletzten Freitagabend. Philipp Herrmann aka „Abraxas Artworks“ hatte zur feierlichen Präsentation seines Buches „Encyclopaedia Necronomica“ geladen, ein selbsterdachtes Einstiegswerk zur Welt von H. P. Lovecraft mit graphischen Eigenkreationen des Künstlers.

Bei einem ersten Bier und den düsteren Klängen von Das Ich, Black Sabbath, The Vision Bleak, u.v.m. gab es genug Gelegenheit, die vor Gruseldeko strotzende Gruft näher zu erkunden, das eine oder andere Wort mit Künstler und Freunden zu wechseln und einfach die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Die ersten Gäste und Supporter erschienen mit schwäbischer Pünktlichkeit um kurz vor acht und waren sichtlich begeistert davon, ihr Exemplar endlich in Händen halten zu dürfen. Neben dem Buch gab es auch Postkarten, Postersets und T-Shirts mit Motiven aus der „Encyclopaedia Necronomica“ zu erwerben und so zieren unter anderem Cthulhu, der Meister des Schreckens persönlich und „The Shadow over Innsmouth“ nun auch meine Wände. Grüppchenweise tröpfelten die Gäste nach und nach durch die Tür - besser gesagt durch den Vorhang - und die Gruft füllte sich. Als Barhocker, Stühle und Sessel gefüllt waren, erklomm Phil die Bühne, um sich bei den Anwesenden, den Helfern und Freunden zu bedanken und ein paar Worte zu seinem Projekt zu verlieren.


Ich weiß nicht, ob man den Abend als spektakulär bezeichnen kann, vielmehr lag eine entspannte Atmosphäre über den unterschiedlichen Menschen, die sich hier zusammengefunden hatten. In der einen Ecke wurde über Lovecraft gefachsimpelt, in der nächsten kamen Gespräche über Musik, Gott und die Welt auf. Und natürlich wurde auch der Herr Künstler persönlich noch einmal gelöchert:

 

UG: Hey Phil. Jetzt hab ich aber doch noch ein paar Fragen an dich: Erstmal, wenn dich jemand, der noch nie von deinem Projekt gehört hat, fragt, was die „Encyclopaedia Necronomica“ ist, was sagst du ihm?

Philipp: Die „Encyclopaedia Necronomica“ ist ein Buch, das in die fiktiven Welten von Howard Phillips Lovecraft einführen soll, der als der Begründer der modernen Horrorliteratur gilt. Ähnlich wie Tolkien mit Mittelerde hat auch Lovecraft eine sehr komplexe Welt voller mythischer Völker, fremder Rassen, fiktiver Orte und einer eigenen Chronologie geschaffen – eine Welt, die so vielseitig und detailliert ist, dass man als Leser schnell den Überblick verliert. Um diesen Überblick wiederherzustellen, habe ich Lovecrafts Kosmos mithilfe von Infografiken, Illustrationen, Landkarten und der Entstehungsgeschichte seiner wichtigsten Werke in eine verständliche und informative Form gebracht. Das Buch wurde mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne in einer limitierten Auflage von 153 Exemplaren hergestellt. Es handelt sich um einen Prachtband mit schiefwinkligem Format, Kunstledereinband, Signatur und Goldprägung.


UG: Warum genau Lovecraft? Und was verbindest du mit seiner Welt?

Philipp: Bei Lovecraft besteht eine Notwendigkeit für ein solches Buch, die bei anderen Autoren nicht besteht. Wenn wir beim Tolkien-Vergleich bleiben, dann stellen wir fest, dass in jedem Herr-der-Ringe-Band eine Mittelerde-Karte liegt, eine Chronologie der Geschichte Mittelerdes abgedruckt ist und man Elbisch-Wörterbücher in jedem Buchhandel erhält. Für Star Wars, Star Trek und ähnliche Science-Fiction-Mythen gibt es eigene Wikis, Hand- und Fachbücher und eine offiziell festgelegte Timeline. Kurz: Das Universum dieser Werke wurde bereits fertig aufbereitet und zugänglich gemacht. Bei Lovecraft ist das anders: Hier muss man schon Detektivarbeit betreiben, um zu begreifen, was man da eigentlich liest. Ehrlich gesagt hat mich einfach nur das Chaos gestört. Ich dachte, dass da endlich mal jemand aufräumen muss! *lacht*

Lovecraft stellt die Bedeutungslosigkeit des Menschen im Kosmos dar; in seinem Werken sind die Menschen nur unbedeutende Randfiguren in der Geschichte finsterer außerirdischer Mächte, deren Fremdartigkeit unsere Wahrnehmung vollkommen sprengt. Dieser Nihilismus, dieses Eindringen in eine für uns vollkommen unbegreifliche Welt ist etwas, was einen unheimlichen Sog entwickelt.


UG: Du hast bei der Frage: "Warum genau Lovecraft" die Komplexität und das Chaos angesprochen.  War es anfangs arg verwirrend und mühsam, sich reinzufinden? Wie hast du dich da zurechtgefunden? Hast du dir bei den ersten Lektüren schon Notizen und Pläne gemacht, um den Überblick zu behalten oder kam die Zusammenfassung erst mit dem Konzept des Buchs?

Philipp: Ursprünglich habe ich nur verschiedene Lovecraft-Geschichten in loser Reihenfolge getrennt voneinander gelesen. Isoliert vom restlichen Mythos sind das nicht mehr als unterhaltsame Grusel-Storys, bei denen ständig irgendwelche unklaren Punkte bleiben. Du hast also dauernd das Gefühl, dass du nicht ganz in der Handlung drin bist. Während meiner Recherche habe ich die "Chronik des Cthulhu-Mythos" vom Festa-Verlag gelesen, in der alle Mythos-Geschichten Lovecrafts chronologisch mit literaturwissenschaftlichen Anmerkungen gebündelt sind. Das erhöht das Leseverständnis ungemein und war für die Arbeit an meinem Buch auch sehr wertvoll.

Die Arbeit lief schrittweise ab. Ich habe die Geschichten gelesen, teilweise schon gewusst, welche Elemente ich für später benötige und sie notiert, die literaturwissenschaftlichen Anmerkungen im Laufe der Arbeit immer wieder zu Rate gezogen, mir neue Quellen gesucht, wenn ich irgendwelche Themen erklären wollte, über die ich bisher selbst noch nichts wusste ... Das ist alles im Laufe der Zeit entstanden. Bei vielen Sachen – insbesondere, wie sich Lovecraft in Film, Musik und Popkultur im Allgemeinen widerspiegelt – konnte ich auch schon einiges an Vorwissen mitbringen. Als Metalfan kennt man ja die wichtigen Lovecraft-Bands…


UG: Apropos Bands - Welche musikalische Begleitung würdest du zu deinem Werk empfehlen?

Philipp: Lovecraft gehört ja neben Tolkien zu den am häufigsten im Metal-Stil vertonten Schriftstellern der Literaturgeschichte, somit gäbe es natürlich sehr viele Metal-Künstler mit Lovecraft-Bezug, wie zum Beispiel Black Sabbath, Metallica, Mercyful Fate, Nile, Dream Theater, Rage, Morbid Angel, Celtic Frost, The Vision Bleak und viele andere – darüber gibt es in der „Encyclopaedia Necronomica“ auch ein eigenes Kapitel. Ich persönlich finde es sehr schwierig, derart aggressive und fordernde Musik wie Metal beim Lesen zu hören. Aber es gibt im Lovecraft-Bereich auch ein paar sehr atmosphärische Künstler wie Church of Dagon oder Arkham Angst, die ich beim Lesen gerne höre.


UG: Schöne Empfehlungen, Danke dafür. Um aber zu deinem Buch zurückzukommen: Nicht nur ein Buch für den geneigten Lovecraft Fan, sondern auch ein wenig wissenschaftliche Abhandlung, könnte man sagen?

Philipp: Wissenschaftliche Abhandlung trifft es ganz gut. Ich wollte nicht nur ein Fan-Buch machen, sondern auch Lovecrafts literarischen Stellenwert und die Vielseitigkeit der Interpretationsmöglichkeiten seiner Werke herausstellen. Ich hoffe, dass mir das ganz gut gelungen ist.


UG: Dann können wir ja mal gespannt sein auf die Berichte der Fans. Okay, zwei kurze Fragen noch: Für Menschen, die nicht genau wissen, wo sie anfangen sollen - gibt es einen oder mehrere Punkte bzw. Geschichten, die sich als Einstieg in das Lovecraft Universum eignen, oder macht es eher keinen Unterschied, wo man mit dem Lesen beginnt? Und eine Letzte: Wie war die Durchführung des Projekts für dich? So abschreckend, dass du nie wieder was in der Größenordnung machen willst oder hast du vielmehr Blut geleckt und schon das nächste große Stück in Planung?

Philipp: Wer wirklich in den Cthulhu-Mythos eindringen will – also in die lose miteinander verknüpften Geschichten um außerirdische Kulte, die Lovecrafts Ruhm begründet haben – sollte sich am besten chronologisch ab "Dagon", der ersten Mythosgeschichte, durcharbeiten. Für Menschen, die Lovecraft erstmal kennen lernen wollen, würde ich eher zu "The Call of Cthulhu", "The Shadow over Innsmouth" oder "At the Mountains of Madness" raten – diese Texte zählen zu Lovecrafts größten und weitreichendsten Werken und geben einen besonders umfassenden Einblick in den restlichen Mythos. Und vor allem sind sie von der Erzählweise und vom Schreibstil her sehr viel zugänglicher und spannender als Frühwerke wie "Dagon".

Die Frage nach der Durchführung des Projektes solltest du mir besser in zwei Monaten noch mal stellen. *lacht* Aktuell ist mein Rücken vom vielen Bücher- und Posterschleppen ein Trümmerfeld, ich hatte seit Wochen nicht mehr als vier Stunden Schlaf am Stück, ich schwimme in Listen von Vorbestellern, Spendern und sonstigen Empfängern und hab immer noch einige unerledigte Teilbereiche des Projektes vor mir. Kurz: Ich bin wirklich froh, wenn ich in der nächsten Zeit keine Tentakel mehr sehen muss. Letztendlich war es aber eine sehr bereichernde und erfüllende Erfahrung, so viel Unterstützung von so vielen Seiten zu erhalten – ich war als Gastredner auf Presseevents, Fans sind hunderte Kilometer gereist, um ihr Exemplar persönlich abzuholen, ich habe sehr spannende Kontakte mit den Mitgliedern der Deutschen Lovecraft-Gesellschaft und Mitarbeitern bei Webradios und E-Zines geknüpft, werde in großen Magazinen gefeatured – das sind schon Eindrücke, die die ganze Arbeit lohnen und die man wirklich gerne mit dem nächsten Projekt fortsetzen will.


UG: Dann bleiben wir mal gespannt was man in nächster Zeit so von dir hört, aber erstmal gutes Durchhaltevermögen bei der restlichen Arbeit und dass du nicht von zu vielen Tentakeln verfolgt wirst! *lacht* Auf jeden Fall auch ein großes Danke fürs Fragen beantworten und die Einladung zur Releaseparty!

Philipp: Danke ebenfalls fürs Interview!

 

Das Interview führte Lena für Undergrounded.de mit Philipp Herrmann, dem Schöpfer der „Encyclopaedia Necronomica“


Mehr Informationen unter: 

Abraxas Artworks

Letzte Änderung am Mittwoch, 05 Oktober 2016 17:23
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